Litzelstetten mit Mainau

24.06.2014 (pm) "Pflegefall – was nun?" - Gut besuchter Vortrag der Litzelstetter Nachbarschaftshilfe e.V.

Die Zeit war eigentlich viel zu kurz, denn die Thematik ist nahezu unendlich breit: In einem zweistündigen Vortrag mit Diskussion unter der Fragestellung „Pflegefall – was nun?“ hat die Litzelstetter Nachbarschaftshilfe e.V. die Singener Expertin Gabriele Glocker von der Alten- und Familienberatung (ALFA) eingeladen, um von ihr zu erfahren, wie sich Betroffene und Angehörige in der Situation einer eintretenden Pflegebedürftigkeit verhalten sollten. Praxisnah berichtete sie aus ihrer eigenen Tätigkeit und versuchte, auf die persönlichen Anliegen der anwesenden Zuhörer möglichst detailliert und zielgerichtet einzugehen.

Welche Versicherungen springen ein? Wann wird eine Pflegestufe zuerkannt? Welche Leistungen stehen zu? Und wann ist man eigentlich „pflegebedürftig“ im Sinne des Sozialgesetzbuches? Das deutsche Pflegesystem ist kompliziert, bietet aber eine Vielfältigkeit an Unterstützung. Durch die Reformen in der Pflegepolitik sind mittlerweile auch Menschen mit dementiellen Erkrankungen besser abgesichert als früher. Letztendlich bleibt bei allen Entscheidungen über die richtige Auswahl der Hilfestellung der individuelle Bedarf im Alltag. Ob Körperpflege, hauswirtschaftliche Stützen oder Gewährleistung der ordentlichen Ernährung und Mobilität – die Begutachtung des Bedürftigen bringt Aufschluss, ist aber für Angehörige immer wieder eine Herausforderung.

Glocker klärte deshalb über wichtige Kennzeichen auf, die jeder Pflegende bei seinem Angehörigen beachten sollte. Denn die Einstufung in die richtige Stufe der Pflegeversicherung hängt nicht zuletzt von vielen Kleinigkeiten ab, die man rasch übersieht. Protokolle über jeden Handgriff, den eine Pflegekraft oder pflegende Angehörige verrichtet, können hilfreich sein, um dokumentieren zu können, welche Einschränkungen beim Pflegebedürftigen tatsächlich vorliegen. Hiervon wird maßgeblich auch abhängen, welche die passende Pflegeleistung ist, die aus dem Katalog der Maßnahmen auf den Betroffenen zugeschnitten ist. Ob Pflegesachleistung beim Heranziehen eines externen Pflegedienstes, ob Pflegegeld bei der Begleitung durch einen Angehörigen oder Hilfsmittel und bauliche Anpassungen zur Barrierefreiheit – wer den Überblick behält, kann auch gegenüber der Versicherung kompetent auftreten.

Die Vorsitzende der Litzelstetter Nachbarschaftshilfe e.V., Brigitte Wind, betonte die Wichtigkeit des Vortrags, zu dem über 20 Personen in die Ortsverwaltung gekommen waren. Und sie verwies auf weitere Hilfen: Der Verein bietet durch Dennis Riehle eine regelmäßige Sprechstunde in sozialen Belangen und Fragen der Pflege an. In der Regel am 2. Montag (9 – 11 Uhr) und 4. Donnerstag (15 – 17 Uhr) im Monat steht der Pflegelotse im Litzelstetter Rathaus (1. OG, Raum 3) bereit, um weitergehende Auskünfte zu geben. Riehle hat über die wichtigsten Pflegeleistungen auch eine Reihe von sieben Informationsblättern erstellt, auf denen diese möglichst übersichtlich und gut verständlich dargestellt sind. Sie können bei ihm unter Tel.: 07531/955401 oder  L-NRhl-Dnnsd kostenlos angefordert werden.

(Pressemitteilung der Litzelstetter Nachbarschaftshilfe e.V.)

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