Konstanzer Teilorte - gastfreundlich

30.07.2014 „Verbot von Ferienwohnungen in Konstanz 2014“? Rückblick auf eine chaotisch geführte Debatte.

Mit dem denkbar knappsten Votum wurde dieser fragwürdige Verwaltungsvorschlag in letzter Sekunde abgelehnt. Konstanz blieb damit als touristischer „Hochburg“ der Bodenseeregion ein gravierendes Imagedesaster im Jahre der 600-Jahr -Feierlichkeiten zum „Konstanzer Konzil“ erspart. Möglich wurde dieser Meinungsumschwung nicht zuletzt durch die vielen Wortmeldungen betroffener Ferienwohnungsbetreiber und Bürger in den öffentlichen Medien.

Mit der Überzeugung einer guten Sache zu dienen, nämlich der Schaffung von mehr Wohnraum für Familien, glaubten die Befürworter des Ferienwohnungsverbotes bzw. deren Einschränkungen, auf schnellem Wege Erfolge zu erzielen

Mögliche negative Konsequenzen für unsere Stadt als Ganzes wie auch den betroffenen Personenkreis wurden dabei offensichtlich außer Acht gelassen. Bei sorgfältiger Recherche wäre aufgefallen, was der Unternehmer und Gastgeberkreis Litzelstetten durch die Firma Keysights GmbH untersuchen lies: Von den gesamten 287 (es sind keine 600 wie allerorten verlautbart) in Konstanz registrierten Ferienwohnungen sind gerade einmal 41 größer als 76 m² und damit geeignet für Familien. Von diesen 41 Wohnungen wären nach dem bereits korrigierten Verwaltungsvorschlag 41 Wohnungen unter Bestandschutz gefallen. Daraus ergibt sich eine sofortige Erfolgsaussicht von Null, auf viele Jahren gesehen mutmaßlich von weniger als 10 Wohnungen.

Das nun verabschiedete Handlungsprogramm zur Schaffung von bis zu 5.300 Wohnungen bis zum Jahr 2025, wie auch die bereits jährlich realisierten rund 500 Neubauwohnungen in Konstanz, sind in dieser Frage zweifellos der richtige Weg.

Bedauerlich in der Ferienwohnung-Debatte ist, dass Bürger, die in Eigeninitiative und Eigenverantwortung  das touristische Angebot unserer Stadt ergänzen und bereichern, in der öffentlichen Debatte  gering geschätzt wurden.

Den Ferienwohnungsbetreibern wurde unterstellt, dringend benötigten Wohnraum dem Wohnungsmarkt aus Profitgier zu entziehen. Die Wahrheit ist:

  • Ferienwohnungen sind ein nicht weg zu denkender Bestandteil des touristischen Angebotes einer Stadt und deren Region.
  • ... stellen ein eigenes und wichtiges Marktsegment der Unterkünfte dar.
  • ... ermöglichen Gästen einen Aufenthalt in großer Privatheit, die vor allem von Familien sehr geschätzt wird.
  • -    ermöglichen durch ein günstiges Preisniveau weniger zahlungskräftigen Personenkreisen ebenfalls den Aufenthalt.
  • ...tragen in erheblichen Maße  zur Wertschöpfung in der Stadt und den zugehörigen Ortsteilen bei.
  • ...sichern und fördern die örtliche Infrastruktur und Dienstleistungsbetriebe, vom Bäcker über die Gastronomie bis hin zum Friseur in beachtlicher Weise.
  • ...sind mit den oben genannten und vielen weiteren nicht genannten Aspekten sozial, unverzichtbar und gastfreundlich.

In dieser Debatte wurde deutlich, wie unscharf das Selbstbild und der Kurs unserer Stadt in den Führungsetagen der Verwaltung wie auch des Gemeinderates immer noch zu sein scheint.

Man stelle sich  zum Beispiel vor, die Urlaubsregion Schwarzwald entfache plötzlich eine Debatte gegen ihre Ferienwohnungen. Unvorstellbar ! Wer genau hinsieht kann das Gegenteil erkennen...

Wichtig ist jetzt, diese unglücklich geführte Debatte „Ferienwohnungen“ als Fehler einzugestehen und die richtigen Schlüsse für zukünftige Vorgehensweisen zu ziehen.

Wir sollten definieren, welches Gesicht unsere Stadt haben soll, welche Ziele wir erreichen wollen und welchen Weg wir dafür beschreiten werden. 

Am Beispiel „Handlungsprogramm Wohnen“ zeigt sich, dass wir dazu durchaus auf hohem Niveau in der Lage sind.
 
gezeichnet:

Martin Romer, Litzelstetter / Konstanzer Bürger

Wolfgang Flick, Sprecher des Litzelstetter Unternehmer und Gastgeberkreises (LUGA)

Andrea Kegel, 1. Vorsitzende  Tourismus Konstanz plus e.V. 

Jürgen Roensch, 2. Vorsitzender Tourismus Konstanz plus e.V.

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