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Litzelstetten mit Mainau - lebenswert

11.10.2012 (pm) Demografischer Wandel - Stellt sich Litzelstetten gegen den deutschlandweiten Trend?

Die SPD-Fraktion im Litzelstetter Ortschaftsrat bewertet die Präsentation der Statistiken zur demografischen Entwicklung im Teilort beim Informationsabend am 10. Oktober 2012 sowie die anschließende Diskussion gemischt.

(Stellungnahme der SPD-Fraktion im Ortschaftsrat Litzelstetten)

Die Debatte zur demografischen Entwicklung in unserem Teilort während der Informationsveranstaltung war aufschlussreich für uns. Es verwundert, wenn offenkundig einige Kollegen in der Wohnbebauung das Allheilmittel gegen den deutschlandweiten Trend sehen, dem sich aber auch Litzelstetten nicht entziehen kann. Der Glaube, mit neuen Wohnungen auch vermehrt Eltern mit Kindern anlocken zu können, vernachlässigt die Tatsache, dass neuer Wohnraum nicht zu einer Veränderung des Mietspiegels führen würde. Das hohe Preisniveau im Ort ändert sich durch zusätzliche Bebauung in keinem Fall. Bestehende Siedlungslücken für den Neubau zu nutzen, dieser Weg der Nahverdichtung gewährleistet keine Wohnsicherheit für Familien mit mehreren Kindern oder sozial Schwache. Dort, wo noch Kapazität für Flächennutzung besteht, muss großer, bezahlbarer Wohnraum entstehen – so auch aktuell in „Litzelstetten-Mitte“. Aller Wirtschaftlichkeit zum Trotz ist dies eine klare Forderung der SPD-Fraktion.

Die Konzentration auf Haus- und Wohnungsbau ist letztendlich einseitig. Wo soll es hinführen, wenn wir diesem Denkmuster dauerhaft folgen? Bei drohendem Rückgang der Kinderzahlen oder wegbrechenden jungen Altersgruppen können wir nicht jedes Mal neu die Wohngebiete erweitern. Irgendwann siedeln wir mit leer stehenden Gebäuden über den gesamten Bodanrück – ohne jegliche Rücksicht auf die nicht umsonst bestehenden Schutzgebiete. Sie müssen wir erkunden und uns eine Übersicht verschaffen: Eine Bestandsaufnahme über die derzeitige Situation um Litzelstetten herum schafft Realitäten und bewahrt vor überhöhtem Wunschdenken.

Die Frage muss beantwortet werden, wie sich der Markt verändert, wenn durch immer mehr ältere Menschen und Sterbefälle Wohnungen und Häuser frei werden. Und gleichzeitig stehen wir vor der Herausforderung, neue Ressourcen in der bestehenden Wohnbebauung zu schaffen. Das Zusammenziehen in Wohngemeinschaften oder betreutem Wohnen ist nicht nur eine soziale Option, sondern würde auch wenig genutzte Räumlichkeiten einer effektiven Verteilung zukommen lassen. Schlussendlich brauchen wir über den Dialog zur Wohnraumentwicklung hinaus aber ein Konzept, das Gesamtzusammenhänge berücksichtigt:

Menschen entscheiden sich aus verschiedenen Gründen für Zu- und Wegzug. Arbeitsplätze in der Nähe sind ebenso ein Kriterium wie Kosten für Nahverkehr und Mobilität. Die verschiedenen Blickwinkel sind das, was wir vermisst haben. Nicht die Lösungen, die am häufigsten und lautesten propagiert werden, sind auch die zielführendsten. Die doch eher geringe Beteiligung an der Veranstaltung macht deutlich, dass wir mehr bieten müssen als einfache Antworten.

Irene Mohn, Dr. Klaus Froböse, Jürgen Puchta

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