15.05.2019 (pm) Kassenzettel sticht Wahlzettel

Mit Befremden nimmt das Junge Forum Konstanz zur Kenntnis, dass die Stadtverwaltung einen verkaufsoffenen Sonntag am 26.05.2019 genehmigt hat. Dieser Sonntag ist ein wichtiger Wahltag, an dem Kommunalwahlen, Kreistagswahlen und die Europawahl stattfinden. Ein verkaufsoffener Sonntag am Wahltag steht nicht nur im Widerspruch zu den Bemühungen der Wählervereinigungen und Parteien, sondern auch bürgerlicher Initiativen wie z.B. „knackt2019“, die Politik wieder näher an die Bürger zu rücken und eine hohe Wahlbeteiligung zu erreichen.

Deshalb hat das JFK eine Anfrage im Haupt- und Finanzausschuss gestellt mit der Bitte an den Oberbürgermeister diese bis zum kommenden Donnerstag zu beantworten. 

Nicht umsonst ist der Wahltag ein Sonntag! Denn möglichst viele Menschen sollen zur Urne gehen können. Ob die KonstanzerInnen mit der Entscheidung zum verkaufsoffenen Sonntag zum vermehrten Wahlgang motiviert werden, sei dahingestellt. Deutlich schlimmer jedoch sind die Angestellten betroffen, die im Einzelhandel oft lange Pendelwege nach Konstanz haben, wodurch eine Wahlteilnahme unverhältnismäßig erschwert wird. Dass Auswärtige hier besonders betroffen sind, ist ein weiteres Zeugnis der Prioritäten, die offensichtlich mehr beim Umsatz und weniger beim Wähler liegen. 

„Konstanz – immer eine gute Wahl“ steht zu dem verkaufsoffenem Sonntag am 26. Mai auf der Homepage der Marketing und Tourismus Konstanz GmbH. Dabei wird aber keine direkte Verbindung zum Wahlsonntag oder auch zu Initiativen wie „knackt2019“ hergestellt. Aus unserer Sicht sollte die MTK hier klar die Prioritäten setzen: „Erst wählen – dann shoppen“. 

In der Anfrage bittet das JFK die Verwaltung um Stellungnahme, wie es zu dieser Entscheidung gekommen ist und fordert die zuständigen Ämter dazu auf, in Zukunft sensiblere Abwägungen zwischen politischer Teilhabe und Marketingzwecken vorzunehmen. 

Wir rufen alle KonstanzerInnen dazu auf trotz den vielen Verlockungen und hoffentlich wunderschönem Wetter sich die Zeit zu nehmen, um die politische Stimme abzugeben. Denn ein Kassenzettel ist zwar im gewissen Sinne auch eine Meinungsäußerung, aber viele großen Sachen lassen sich nur politisch ändern. Und wer nicht zur Urne geht, darf auch bei den Küchendiskussionen nicht rumnörgeln! 

(Pressemitteilung Junges Forum Konstanz)

 
 
 

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